»Mein Körper gehört mir!«

Erinnerst du dich an die Geschichten?
Klar Äh,nö

Hier kannst du dich noch einmal durch alle Szenen des Stücks klicken – und dich an das erinnern, was du und deine Klasse zusammen mit unserem Schauspiel-Team dazu rausgefunden habt. Was haben die Kinder der Geschichte erlebt? Was haben sie gelernt – und wie ging alles gut aus?

Erster Teil

Du bestimmst über deinen Körper - ganz allein!
Szene 1 · Haare bürsten
Ein Kind bürstet einem anderen Kind die Haare. Zuerst gefällt das dem Kind. Es hat ein Ja-Gefühl.
Das Kind bürstet doller. Das andere Kind mag das jetzt nicht mehr.
Das Gefühl des Kindes hat sich verändert. Es hat jetzt ein Nein-Gefühl.
Das solltest du dir merken:
Wenn sich etwas gut anfühlt, bekommst du dabei ein Ja-Gefühl. Fühlt sich etwas blöd oder seltsam an, hast du ein Nein-Gefühl. Dann kannst du Nein! sagen. Du darfst anderen Menschen sagen, wie du dich fühlst, wenn du berührt wirst. Und es ist auch völlig ok, wenn du deine Meinung änderst – wie das Kind beim Haarebürsten.
Szene 2 · Im Bus
Ein Kind fährt mit dem Schulbus. Eine unbekannte Person setzt sich dazu und legt den Arm um das Kind.
Das Kind hat ein Nein-Gefühl. Aber zuerst traut es sich nicht, etwas zu sagen.
Das Kind braucht ein bisschen Zeit. Dann hat es genug Mut, laut Nein! zu sagen.
Die unbekannte Person lässt das Kind in Ruhe und läuft weg.
Wichtig für dich:
Mit einem lauten Nein kannst du jemanden deine Grenzen zeigen und auch andere auf deine Situation aufmerksam machen. Es ist nicht leicht, Nein zu sagen! Aber wenn du ein Nein-Gefühl hast, versuch es trotzdem! Nein zu sagen, kannst du üben. Versuch mal vor dem Spiegel, laut Nein zu rufen. Das ist ein gutes Training.
Szene 3 · Der Tennisschläger
Ein Kind bekommt vom Nachbarn einen Tennisschläger geschenkt.
Als der Nachbar dem Kind den Aufschlag beibringen will, fasst er ihm an den Po.
Das Kind will das nicht. Es erzählt seiner Mutter davon. Sie nimmt die Gefühle ihres Kindes ernst und wird mit dem Nachbarn reden.
Ein kluger Rat:
Bleib mit deinen Nein-Gefühlen nicht alleine! Sprich mit einer vertrauten erwachsenen Person, wenn du etwas erlebst, das dir komisch und seltsam vorkommt. Oder wenn du dich durch die Nähe einer anderen Person unwohl fühlst. Hilfe zu holen, wenn du Hilfe brauchst, ist schlau und mutig.

Zweiter Teil

Stopp! Das alles ist nicht okay!
Szene 1 · Der Exhibitionist
Ein Kind spielt auf dem Schulhof Ball. Der Ball rollt zu einem parkenden Auto. Der Fahrer sitzt mit geöffneter Hose und entblößtem Penis im Auto. Das Kind läuft weg.
Das Kind erzählt dem Hausmeister der Schule, was es erlebt hat. Er erklärt, dass der Mann im Auto ein Exhibitionist ist.
Der Hausmeister sagt auch, dass das Kind nichts falsch gemacht hat. Der Mann hatte kein Recht, das Kind mit seinem Penis zu erschrecken.
Unbedingt merken:
Wenn dir jemand seinen Penis oder seine Vulva oder andere nackte Körperteile zeigt und du hast ein Nein-Gefühl, dann ist das sexueller Missbrauch. Das ist verboten.
Szene 2 · Im Chat
Ein Kind lernt beim Chatten „Reto“ kennen. Er will sich am nächsten Tag mit ihm im Stadtpark treffen – und seinen süßen Hund mitbringen.
Im Park trifft das Kind weder einen Jungen noch seinen Hund: Reto ist ein erwachsener Mann. Der Mann hat das Kind absichtlich getäuscht.
Das ist so wichtig!
Es gibt Regeln für das Verhalten im Internet, die dir dabei helfen können, gut auf dich aufzupassen. Sprich unbedingt mit deinen Eltern darüber, wenn du jemanden im echten Leben treffen willst, den du bisher nur online kennst.
Szene 3 · Ein neuer Nachbar
Ein Kind wird vom neuen Nachbarn eingeladen, seine Kinder kennenzulernen.
Das Kind stellt sich die 3 Fragen: Habe ich ein Ja- oder ein Nein-Gefühl? Weiß jemand, wo ich bin? Bekomme ich Hilfe, wenn ich Hilfe brauche?
Das Kind antwortet auf 2 Fragen mit Nein. Es geht zu seinem Vater und fragt ihn um Rat. Der Vater begleitet sein Kind zu den neuen, noch unbekannten Nachbarn.
Die wichtigsten Fragen!
Wenn du in einer unsicheren Situation bist, helfen dir die 3 Fragen dabei, eine gute Entscheidung zu treffen. Es ist völlig ok, Nein zu sagen, wenn du eine der Fragen für dich mit Nein beantwortest. Sprich mit einer erwachsenen Person und bitte sie um Rat.

Dritter Teil

Stopp! Das alles ist nicht okay!
Szene 1 · Zwei Kinder erzählen
Zwei Kinder erzählen sich gegenseitig, dass ihnen von einer bekannten Person sexualisierte Gewalt angetan wurde.
Gemeinsam überlegen sie, wie sie Hilfe bekommen können. Eine Möglichkeit ist die Nummer gegen Kummer. Hier können Kinder anrufen und jemand hört zu und hilft.
Bitte merken:
Du darfst immer über sexuellen Missbrauch sprechen, auch wenn Täterinnen und Täter alles als Geheimnis bewahren wollen. Und auch, wenn du die Täterin oder den Täter kennst oder sogar magst, ist es wichtig, einem anderen Erwachsenen davon zu erzählen. Wenn es dir leichter fällt, wähle die Nummer gegen Kummer. Hier musst du deinen Namen nicht nennen und kannst erstmal alles loswerden.
Szene 2 · Der Bruder
Ein Kind erzählt, dass der eigene Bruder es sexuell missbraucht. Das Kind sucht nach Hilfe. Aber die Mutter glaubt ihm nicht. Auch nicht der Vater eines Freundes. Und auch der Trainer nicht.
Erst die Lehrerin hört dem Kind zu, glaubt ihm und will ihm helfen.
Wir sind ehrlich:
Manchmal ist es nicht einfach, Hilfe zu bekommen. Gerade innerhalb der Familie wollen Menschen sexuellen Missbrauch oft nicht wahrhaben. Sie können sich nicht vorstellen, dass jemand, dem sie vertrauen, so etwas Schlimmes tun könnte. Deshalb ist es eine gute Idee, mit einer Person zu sprechen, die ein bisschen weiter entfernt ist, z. B. deiner Lehrerin oder jemandem bei der Nummer gegen Kummer.
Wo willst du jetzt hin: